Genzukunft

Genetik verstehen · Zukunft mitdenken

Unterrichtsreihe: Vererbung – Mendel und Mensch (Klasse 9/10)

Unterrichtsreihe 3 von 7Alle Unterrichtsreihen

Vom Klostergarten zum Stammbaum: Die Reihe erarbeitet die Mendelschen Regeln mit Kreuzungsschema, Punnett-Quadrat und Simulation und überträgt sie dann auf den Menschen – auf Blutgruppen, X-chromosomale Merkmale, Stammbäume und Erbkrankheiten. Sie setzt die Meiose aus Zellteilung: Mitose und Meiose voraus.

Steckbrief

MerkmalAngabe
ZielgruppeKlasse 9/10 (Sekundarstufe I)
Umfang6 Doppelstunden à 90 Minuten
VorwissenChromosomen, homologe Chromosomen, Meiose (siehe Zellteilung: Mitose und Meiose); einfache Bruch- und Prozentrechnung
LeitfrageNach welchen Regeln werden Merkmale an die nächste Generation weitergegeben – bei Erbsen und bei Menschen?
AusstattungTablets oder Laptops (ein Gerät pro Paar) für das Kreuzungslabor; Whiteboard oder Beamer; Klebeband für die Positionslinie in Doppelstunde 6
LernkontrolleÜbungsklausur im Klausurtrainer, Aufgabenseite Mendel-Aufgaben mit Lösungen, Stammbaumaufgaben auf Stammbaumanalyse: Übungen

Kompetenzbereiche nach den KMK-Bildungsstandards

  • Sachkompetenz: Grundbegriffe (Gen, Allel, Genotyp, Phänotyp) anwenden; die drei Mendelschen Regeln formulieren; Erbgänge beim Menschen unterscheiden.
  • Erkenntnisgewinnung: Mendels Vorgehen als wissenschaftliche Methode analysieren; Kreuzungsergebnisse und Simulationsdaten auswerten; Erbgänge in Stammbäumen begründet bestimmen.
  • Kommunikation: Kreuzungsschemata, Punnett-Quadrate und Stammbäume fachgerecht darstellen; Schlussfolgerungen mit Personen aus dem Stammbaum begründen.
  • Bewertung: Aussagen zu Augenfarbe, Blutgruppen und Vaterschaft beurteilen; Chancen und Grenzen genetischer Tests und Beratung abwägen.

Die Doppelstunden im Überblick

Nr.ThemaSchwerpunktZentrale Seiten
1Mendel und die Sprache der GenetikFachbegriffe und MethodeWer war Mendel?, Genetik & Vererbungslehre, Genotyp und Phänotyp
2Uniformitäts- und SpaltungsregelKreuzungsschema und Punnett-QuadratUniformitätsregel, Spaltungsregel, Punnett-Quadrat erstellen, Kreuzungslabor
3Rückkreuzung und UnabhängigkeitsregelErkenntnisgewinnung: auf Genotypen schließenRückkreuzung, Mendelsche Gesetze, Unabhängigkeitsregel
4Vererbung beim Menschen I – Blutgruppen und X-chromosomale MerkmaleÜbertragen auf den MenschenBlutgruppen-Vererbung, Genetische Zusammenhänge, Was bedeutet autosomal?
5StammbaumanalyseErkenntnisgewinnung: begründet schließenVererbung beim Menschen, Stammbaumanalyse: Übungen
6Erbkrankheiten und genetische BeratungBewertungGenetisch bedingte Erkrankungen, Mukoviszidose, Genetische Beratung, Ethik-Arena

Abkürzungen in den Verlaufstabellen: EA = Einzelarbeit, PA = Partnerarbeit, GA = Gruppenarbeit, UG = Unterrichtsgespräch, LV = Lehrkraftvortrag. Auf schmalen Bildschirmen lassen sich die Tabellen seitlich verschieben.

Doppelstunde 1: Mendel und die Sprache der Genetik

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben Mendels Versuchsmethode und begründen, warum die Erbse ein geeignetes Versuchsobjekt war,
  • definieren Gen, Allel, Genotyp und Phänotyp und grenzen sie voneinander ab,
  • unterscheiden homozygot und heterozygot sowie dominant und rezessiv an Beispielen,
  • erklären, warum derselbe Genotyp verschiedene Phänotypen ergeben kann.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minFrage aus dem Einstieg der Seite: Warum taucht ein Merkmal manchmal erst bei den Enkeln wieder auf? Hypothesen sammeln.UGGenetik & Vererbungslehre
Erarbeitung I20 minMendels Methode in vier Schritten (Abb. 1) und Eigenschaften der Erbse.PAWer war Mendel?: Abb. 1, Aufg. 2
Erarbeitung II25 minGrundbegriffe mit Abb. 1: Begriffsnetz Gen – Genort – Allel – Genotyp – Phänotyp erstellen.EA, PAGenetik & Vererbungslehre: Abb. 1
Sicherung15 minErbsen mit RR, Rr und rr: Phänotyp und Bezeichnung; Unterschied grüne und gelbe Erbse.UGGenetik & Vererbungslehre: Aufg. 1–3
Transfer15 minHortensien gleicher Herkunft blühen blau oder rosa: Genotyp, Umwelt und Reaktionsnorm.PAGenotyp und Phänotyp: Aufg. 2
Abschluss5 minKurze Runde mit den Karteikarten im Testmodus.EAKarteikarten „Genetik & Vererbungslehre“

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 4 auf Genetik & Vererbungslehre (Werden blaue Augen aussterben? beurteilen).

Doppelstunde 2: Uniformitäts- und Spaltungsregel

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • formulieren die Uniformitäts- und die Spaltungsregel und nennen ihre Voraussetzungen,
  • stellen Kreuzungen als Kreuzungsschema und Punnett-Quadrat dar,
  • unterscheiden das Genotyp-Verhältnis 1 : 2 : 1 vom Phänotyp-Verhältnis 3 : 1,
  • erklären, warum beobachtete Zahlen vom erwarteten Verhältnis abweichen.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minGelbe Erbse × grüne Erbse – alle Nachkommen gelb. Wo ist das Grün geblieben?UGUniformitätsregel
Erarbeitung I20 minUniformitätsregel mit Punnett-Quadrat (Abb. 1); Vorgehen nach den vier Schritten.EAUniformitätsregel: Abb. 1; Punnett-Quadrat erstellen
Erarbeitung II20 minSpaltungsregel: F1 × F1, Genotyp- und Phänotyp-Verhältnis mit Abb. 1.PASpaltungsregel: Abb. 1, Aufg. 1
Simulation20 minKreuzungslabor: GG × gg, dann Gg × Gg fünfmal je 10 Nachkommen und einmal 1000 ernten; Klassenergebnisse sammeln.PAKreuzungslabor: Aufg. 1–2
Sicherung15 minIntermediärer Erbgang an der Wunderblume (Abb. 2) und am Löwenmäulchen.UGUniformitätsregel: Abb. 2, Aufg. 3
Abschluss5 minFehlerliste: Was darf in einem Punnett-Quadrat nicht passieren?UGPunnett-Quadrat erstellen: Aufg. 4

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 2 auf Uniformitätsregel (RR × rr) und Aufgabe 3 auf Spaltungsregel (rosa × rosa).

Doppelstunde 3: Rückkreuzung und Unabhängigkeitsregel

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären Zweck und Ablauf einer Rückkreuzung (Testkreuzung),
  • leiten aus Nachkommenzahlen den Genotyp eines Elternteils ab,
  • formulieren die Unabhängigkeitsregel und geben die Keimzellen eines doppelt mischerbigen Organismus an,
  • erklären das Verhältnis 9 : 3 : 3 : 1 mit einem 4 × 4-Punnett-Quadrat.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minEiner gelben Erbse sieht man das Allel für Grün nicht an. Wie findet man es heraus? Ideen sammeln.UGRückkreuzung
Erarbeitung I20 minRückkreuzung mit Kreuzungsschemata für RR und Rr.PARückkreuzung: Abb. 1, Aufg. 1; Mendelsche Gesetze: Abb. 2
Übung15 minGenotyp bestimmen: 52 gelbe und 48 grüne Samen; schwarze und braune Kaninchen.EAMendelsche Gesetze: Aufg. 3; Rückkreuzung: Aufg. 2
Erarbeitung II25 minUnabhängigkeitsregel: Keimzellen von GgRr, 4 × 4-Punnett-Quadrat (Abb. 1); im Kreuzungslabor GgRr × GgRr aufstellen.PAUnabhängigkeitsregel: Abb. 1; Kreuzungslabor: Aufg. 3
Sicherung15 minKeimzellen bestimmen, Testkreuzung GgRr × ggrr; Grenze der Regel bei gekoppelten Genen (Abb. 2).UGUnabhängigkeitsregel: Aufg. 2 und 4, Abb. 2
Abschluss5 minDie drei Regeln im Überblick.UGMendelsche Gesetze: Abb. 1

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgaben 1, 2 und 4 auf Mendel-Aufgaben mit Lösungen (mit Lösungsweg zur Selbstkontrolle).

Doppelstunde 4: Vererbung beim Menschen I – Blutgruppen und X-chromosomale Merkmale

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • ermitteln mögliche Blutgruppen von Kindern aus den Genotypen der Eltern (multiple Allelie, Kodominanz),
  • unterscheiden dominant-rezessive, intermediäre und kodominante Erbgänge,
  • begründen, warum X-chromosomal-rezessive Merkmale bei Männern häufiger auftreten,
  • beurteilen, was Blutgruppen und Augenfarbe über eine Elternschaft aussagen können.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minWas erbt man vom Vater, was von der Mutter? Verbreitete Behauptungen sammeln und mit dem Faktencheck der Seite vergleichen.UGWas erbt man vom Vater, was von der Mutter?: Abschnitt „Mythen im Faktencheck“
Erarbeitung I25 minAB0-System: ein Gen, drei Allele. Tabelle Genotypen und Blutgruppen; Kinder der Eltern AB × B0.PABlutgruppen-Vererbung: Aufg. 1–2
Sicherung10 minMutter AB, Vater 0; Kind 0 und Mutter A: Welche Blutgruppe kann der Vater haben?UGGenetische Zusammenhänge: Aufg. 2–3
Erarbeitung II25 minX-chromosomale Vererbung am Beispiel der Rot-Grün-Schwäche; Autosomen und Gonosomen.PAGenetische Zusammenhänge: Abschnitt „X-chromosomale Vererbung“, Aufg. 4; Was bedeutet autosomal?: Abb. 1
Bewertung15 minZwei Aussagen beurteilen: Vater AB, Kind 0 – sicher ausgeschlossen? Zwei blauäugige Eltern, braunäugiges Kind?GABlutgruppen-Vererbung: Aufg. 4; Augenfarbe: Aufg. 4
Abschluss5 minZwei Fragen aus dem Selbsttest.EABlutgruppen-Vererbung: Selbsttest

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 2 auf Was erbt man vom Vater, was von der Mutter? (Warum sind zwei Schwestern auf dem väterlichen X-Chromosom identisch?).

Doppelstunde 5: Stammbaumanalyse

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • lesen und zeichnen Stammbäume mit den international üblichen Symbolen,
  • nennen Kennzeichen autosomal-dominanter, autosomal-rezessiver und X-chromosomal-rezessiver Erbgänge,
  • bestimmen den Erbgang in einem Stammbaum und begründen ihn mit Personen aus dem Stammbaum,
  • geben Genotypen an und berechnen Wahrscheinlichkeiten für Nachkommen.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minSymbole klären und einen Stammbaum für eine erfundene Familie zeichnen.EAVererbung beim Menschen: Abschnitt „Die Symbole“
Erarbeitung20 minKennzeichen der drei Erbgänge; Lösungsschema in fünf Schritten.PAVererbung beim Menschen: Abschnitt „Drei Erbgänge erkennen“; Stammbaumanalyse: Übungen: Lösungsschema
Übung I25 minFamilie A und Familie B: Erbgang bestimmen, Genotypen angeben, Wahrscheinlichkeit berechnen; Lösungen vergleichen.PAVererbung beim Menschen: Aufg. 2–3
Übung II20 minGestufte Übung nach Wahl: Stammbaum 1, 2 oder 3.EAStammbaumanalyse: Übungen: Aufg. 2–4
Sicherung10 minSicher, wahrscheinlich oder nicht entscheidbar? Familie C gemeinsam besprechen.UGStammbaumanalyse: Übungen: Abschnitt „Sicher, wahrscheinlich oder nicht entscheidbar?“; Vererbung beim Menschen: Aufg. 5
Abschluss5 minExit-Ticket: drei Kennzeichen eines X-chromosomal-rezessiven Erbgangs.EAVererbung beim Menschen: Aufg. 1

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 2 auf Autosomal-rezessiver Erbgang oder Aufgabe 2 auf Autosomal-dominante Erbleiden (Stammbaum analysieren).

Doppelstunde 6: Erbkrankheiten und genetische Beratung

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben Ursache und Erbgang ausgewählter Erbkrankheiten,
  • berechnen Wahrscheinlichkeiten für Kinder in einfachen Familienkonstellationen,
  • beschreiben Anlässe und Ablauf einer genetischen Beratung,
  • nehmen zu einer Frage der Gendiagnostik begründet Stellung.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minIst jede Erbkrankheit angeboren und jede angeborene Krankheit erblich? Kurze Klärung.UGGenetisch bedingte Erkrankungen: Abschnitt „Erbkrankheit oder angeborene Krankheit?“
Erarbeitung25 minGruppenpuzzle mit vier Beispielen: Mukoviszidose, Hämophilie, Chorea Huntington, Trisomie 21. Steckbrief mit Ursache, Erbgang und Häufigkeit.GAGenetisch bedingte Erkrankungen
Anwendung20 minWahrscheinlichkeiten für Kinder berechnen: zwei gesunde Eltern mit erkranktem Kind; Vater mit Hämophilie A.PAGenetisch bedingte Erkrankungen: Aufg. 2–3; Mukoviszidose: Aufg. 2
Bewertung25 minAblauf einer genetischen Beratung am Beispiel Kinderwunsch und Mukoviszidose; dann Positionslinie zur Streitfrage 1 der Ethik-Arena „Gentests auf Erbkrankheiten für alle?“GA, PlenumGenetische Beratung; Ethik-Arena: Streitfrage 1, Positionslinie
Abschluss10 minRückblick auf die Reihe und Hinweis auf die Übungsklausur.UGKlausurtrainer

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Übungsklausur im Klausurtrainer oder Aufgabe 5 auf Genetisch bedingte Erkrankungen (Neugeborenen-Screening diskutieren).

Abschluss und Leistungsüberprüfung

Das Kreuzungslabor bietet mit den Aufgaben 5 und 6 zwei Beurteilungsaufgaben (AFB III), die sich gut als Abschluss im Plenum eignen. Für eine Klassenarbeit bieten sich an:

Klausurtrainer (Übungsklausur, Quiz-Mix und Operator-Training mit Aufgaben der jeweiligen Seite): Mendelsche Gesetze · Mendel-Aufgaben mit Lösungen · Rückkreuzung · Blutgruppen-Vererbung · Vererbung beim Menschen · Stammbaumanalyse: Übungen

Karteikarten zur Wiederholung der Fachbegriffe: Genetik & Vererbungslehre · Mendelsche Gesetze · Blutgruppen-Vererbung · Vererbung beim Menschen · Genetisch bedingte Erkrankungen

Hinweise zur Durchführung

  • Stammbäume und Erbkrankheiten können Lernende persönlich betreffen. Arbeiten Sie mit erfundenen Familien und verlangen Sie keine Angaben zur eigenen Familie.
  • Das Kreuzungslabor nennt als Zeitbedarf 30–45 Minuten für den Einstieg mit einem Merkmal.
  • Die Erbsen-Beispiele der Seiten verwenden G/g für die Samenfarbe und R/r für die Samenform; behalten Sie diese Symbole bei, damit die Lösungen passen.

Weitere Unterrichtsreihen

Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026. Zeitangaben sind Richtwerte für eine Doppelstunde von 90 Minuten.

„Unterrichtsreihe: Vererbung – Mendel und Mensch (Klasse 9/10)“ von genzukunft.de – Lizenz: CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de) – Quelle: https://www.genzukunft.de/lehrkraefte/unterrichtsreihen/vererbung-mendel-mensch/ – Logo und Wortmarke sind ausgenommen.

Diese Website setzt nur technisch notwendige Cookies. Die Reichweitenmessung mit Matomo läuft ohne Cookies auf unserem eigenen Server.