Genzukunft

Genetik verstehen · Zukunft mitdenken

Unterrichtsreihe: Zellteilung – Mitose und Meiose (Klasse 9/10)

Unterrichtsreihe 2 von 7Alle Unterrichtsreihen

Wie aus einer befruchteten Eizelle ein Mensch aus Billionen Zellen wird und warum Keimzellen nur einen halben Chromosomensatz tragen: Diese Reihe erarbeitet Zellzyklus, Mitose und Meiose mit Simulation, Mikroskopierpraktikum und Rechenübungen. Sie baut auf Zelle, Chromosomen, DNA auf und bereitet Vererbung: Mendel und Mensch vor.

Steckbrief

MerkmalAngabe
ZielgruppeKlasse 9/10 (Sekundarstufe I)
Umfang5 Doppelstunden à 90 Minuten
VorwissenChromosom, Chromatid, homologe Chromosomen, DNA-Verdopplung (siehe Zelle, Chromosomen, DNA, Doppelstunden 5 und 6)
LeitfrageWie wird die Erbinformation bei Zellteilungen weitergegeben – vollständig oder halbiert?
AusstattungTablets oder Laptops (ein Gerät pro Paar) für das Zellteilungs-Kino; für Doppelstunde 3 Mikroskope, angekeimte Zwiebeln, Salzsäure und Chromosomenfarbstoff, Schutzbrillen und Handschuhe
LernkontrollePraktikumsprotokoll mit Mitoseindex, Übungsklausur im Klausurtrainer, Aufgaben des Zellteilungs-Kinos

Kompetenzbereiche nach den KMK-Bildungsstandards

  • Sachkompetenz: Phasen von Zellzyklus, Mitose und Meiose beschreiben; Chromosomen- und Chromatidenzahlen sowie n und c angeben; Mitose und Meiose vergleichen.
  • Erkenntnisgewinnung: Quetschpräparat herstellen, Phasen im Mikroskop bestimmen, Mitoseindex berechnen und Fehlerquellen beurteilen; mit einem Simulationsmodell arbeiten.
  • Kommunikation: Abläufe in Schemazeichnungen und Tabellen darstellen; Diagramme zum DNA-Gehalt auswerten.
  • Bewertung: Schlagzeilen und Aussagen zu Trisomie 21 und zum Alter der Mutter sachlich beurteilen.

Die Doppelstunden im Überblick

Nr.ThemaSchwerpunktZentrale Seiten
1Der Zellzyklus – wann und warum sich Zellen teilenSachkompetenz und Rechnen mit DatenDie Zellteilung, Der Zellzyklus
2Mitose – zwei erbgleiche TochterkerneModelle nutzen: Zellteilungs-KinoMitose, Zellteilungs-Kino, Spindelapparat, Zytokinese
3Mitose im Mikroskop – Wurzelspitze und MitoseindexErkenntnisgewinnung: Praktikum und AuswertungMitose im Mikroskop, Mitoseindex berechnen, Chromosomen anfärben
4Meiose – Halbierung und NeukombinationSachkompetenz: genetische Vielfalt erklärenMeiose, n und c, Zellteilungs-Kino
5Mitose und Meiose im Vergleich – und wenn die Verteilung misslingtVergleichen und BewertenMitose und Meiose im Vergleich, Trisomie 21, Oogenese und Spermatogenese

Abkürzungen in den Verlaufstabellen: EA = Einzelarbeit, PA = Partnerarbeit, GA = Gruppenarbeit, UG = Unterrichtsgespräch, LV = Lehrkraftvortrag. Auf schmalen Bildschirmen lassen sich die Tabellen seitlich verschieben.

Doppelstunde 1: Der Zellzyklus – wann und warum sich Zellen teilen

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • nennen die Phasen des Zellzyklus (G1, S, G2, M) und die Ruhephase G0 und beschreiben sie,
  • erklären, warum die DNA vor jeder Kernteilung verdoppelt werden muss,
  • berechnen aus Daten die Dauer einzelner Phasen,
  • erklären, wozu Kontrollpunkte im Zellzyklus dienen.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minEinstieg der Seite „Die Zellteilung“: aus einer befruchteten Eizelle rund 30 Billionen Zellen. Wozu teilen sich Zellen? (Wachstum, Ersatz, Fortpflanzung)UGDie Zellteilung
Erarbeitung I25 minZellzyklus mit Abb. 1 erarbeiten; Kreisdiagramm beschriften und jeder Phase eine Aufgabe zuordnen.EA, PADie Zellteilung: Abb. 1; Der Zellzyklus: Abschnitt „Die Phasen des Zellzyklus im Detail“
Sicherung10 minPhasen in der richtigen Reihenfolge mit typischem Geschehen.UGDie Zellteilung: Aufg. 1
Übung20 minRechnen mit dem Zellzyklus: Anteil der M-Phase und Dauer der Phasen aus Prozentanteilen.PADie Zellteilung: Aufg. 2; Der Zellzyklus: Aufg. 2
Erarbeitung II20 minKontrollpunkte als Ampeln: Was wird wo geprüft? Folgen eines DNA-Schadens in G1.GADer Zellzyklus: Abb. 1, Aufg. 3
Abschluss5 minAussage „Krebs entsteht, weil sich Zellen zu schnell teilen“ als Impuls notieren; Auflösung in der nächsten Stunde.UGDer Zellzyklus: Aufg. 5

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Selbsttest auf Die Zellteilung; Aufgabe 4 auf Der Zellzyklus (kurze Zellzyklen bei frühen Embryonen).

  • Basis: Kreisdiagramm als Vorlage zum Beschriften; Rechenschema „Anteil × Gesamtdauer“.
  • Vertiefung: Vertiefung „Wie Cycline und CDKs den Zyklus antreiben“ auf Der Zellzyklus; Vertiefung „Gaspedal und Bremse“ und Aufgabe 5 auf Die Zellteilung (Hypothese zu Leberzellen in G0).
  • Einfach-Modus und Karteikarten: Lernende mit Leseschwierigkeiten schalten im Seitenkopf den Einfach-Modus ein und lesen zuerst die Kurzfassung „Einfach erklärt“. Fachbegriffe: Karteikarten „Die Zellteilung“ und Karteikarten „Der Zellzyklus“.

Doppelstunde 2: Mitose – zwei erbgleiche Tochterkerne

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben die vier Phasen der Mitose in der richtigen Reihenfolge,
  • unterscheiden Chromosom, Chromatid und Zwei-Chromatid-Chromosom,
  • begründen, warum beide Tochterzellen genetisch identisch sind,
  • beschreiben die Aufgaben des Spindelapparats und die Zytokinese bei Tier- und Pflanzenzellen.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minZellteilungs-Kino im Modus Mitose einmal ganz abspielen. Beobachtungsauftrag: Was passiert mit den Chromosomen?UGZellteilungs-Kino
Erarbeitung I25 minPhasen mit Abb. 1 erarbeiten; im Kino an jeder Phase anhalten und Chromosomen, Chromatiden und DNA-Gehalt in eine Tabelle übertragen.PAMitose: Abb. 1; Zellteilungs-Kino
Sicherung10 minPhasen mit Merkmal; Unterschied Chromatid und Chromosom.UGMitose: Aufg. 1–2
Erarbeitung II25 minArbeitsteilig: Spindelapparat (A) und Zytokinese bei Tier- und Pflanzenzellen (B); anschließend Partnerinterview.PASpindelapparat: Aufg. 1 (A); Zytokinese: Aufg. 1 (B)
Übung15 minZählen bei 2n = 8; eine Phase im Mikroskopbild zuordnen.EAMitose: Aufg. 3–4
Abschluss5 minImpuls: Ein Wirkstoff verhindert die Spindelbildung. Was folgt daraus? Vermutungen notieren.UGMitose: Aufg. 5

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 5 auf Mitose ausformulieren (Spindelgifte in der Krebstherapie); Selbsttest der Seite.

  • Basis: Kino im Einzelschritt-Modus; Zähltabelle mit vorgegebenen Zeilen; Phasenkarten zum Ordnen.
  • Vertiefung: Spindelapparat mit Aufgaben 3 und 5 (Colchicin, Spindelgifte); Zytokinese mit Aufgabe 4 (vielkernige Zellen); Vertiefung „Wer startet die Mitose?“ auf Mitose.
  • Einfach-Modus und Karteikarten: Lernende mit Leseschwierigkeiten schalten im Seitenkopf den Einfach-Modus ein und lesen zuerst die Kurzfassung „Einfach erklärt“. Fachbegriffe: Karteikarten „Mitose“.

Doppelstunde 3: Mitose im Mikroskop – Wurzelspitze und Mitoseindex

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • stellen ein Quetschpräparat einer Wurzelspitze nach Anleitung her und begründen die Arbeitsschritte,
  • bestimmen Mitosephasen anhand typischer Merkmale im mikroskopischen Bild,
  • berechnen den Mitoseindex und schätzen daraus die Dauer von Phasen ab,
  • beurteilen Fehlerquellen beim Auszählen.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg5 minWarum ausgerechnet die Wurzelspitze? Kurz klären, Sicherheitsregeln besprechen.UGMitose im Mikroskop: Abschnitte „Warum ausgerechnet die Wurzelspitze?“ und „Sicherheit“
Praxis35 minQuetschpräparat nach Anleitung: abschneiden, in warmer verdünnter Salzsäure mazerieren, färben, quetschen, mikroskopieren.PAMitose im Mikroskop: Anleitung; Chromosomen anfärben; Mikroskope, angekeimte Zwiebeln
Erarbeitung15 minPhasen im eigenen Präparat bestimmen; wer kein gutes Präparat hat, arbeitet mit Abb. 1.PAMitose im Mikroskop: Abb. 1, Aufg. 2
Auswertung20 minZellen per Strichliste auszählen, Mitoseindex in fünf Schritten berechnen, Werte der Klasse zusammenführen.GA, PlenumMitoseindex berechnen: Abschnitt „Mitoseindex berechnen in fünf Schritten“
Sicherung10 minMitoseindex und Dauer der Phasen aus Beispieldaten.EAMitose im Mikroskop: Aufg. 3–4
Abschluss5 minFehlerquellen sammeln: Kann man von einem Sehfeld auf die ganze Wurzelspitze schließen?UGMitose im Mikroskop: Aufg. 5

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Praktikumsprotokoll schreiben; Aufgabe 2 auf Mitoseindex berechnen.

Doppelstunde 4: Meiose – Halbierung und Neukombination

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären, warum der Chromosomensatz bei der Keimzellbildung halbiert werden muss,
  • beschreiben den Ablauf von Meiose I und Meiose II und nennen, was jeweils getrennt wird,
  • erklären, wie durch zufällige Verteilung der Chromosomen und Crossing-over genetische Vielfalt entsteht,
  • berechnen die Zahl möglicher Chromosomenkombinationen und geben n und c an.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minGedankenexperiment: Was geschähe über mehrere Generationen, wenn Ei- und Samenzelle je 46 Chromosomen hätten?UGMeiose: Abschnitt „Warum der Chromosomensatz halbiert werden muss“
Erarbeitung I25 minMeiose im Zellteilungs-Kino mit Abb. 1; je Phase Chromosomen- und Chromatidenzahl notieren.PAZellteilungs-Kino (Modus Meiose); Meiose: Abb. 1
Sicherung10 minTafelbild Meiose I und Meiose II: Was wird getrennt?UGMeiose: Aufg. 1
Erarbeitung II25 minVielfalt: Neuverteilung der Chromosomen berechnen und Crossing-over mit Abb. 2 nachvollziehen; Modell aus zwei Farben.PAMeiose: Abb. 2, Aufg. 2; Zellteilungs-Kino: Aufg. 4
Übung15 minn und c bestimmen: Hautzelle in G1 und G2, Fruchtfliege in der Meiose.EAn und c: Aufg. 1–2
Abschluss5 minZwei Fragen aus dem Selbsttest.EAMeiose: Selbsttest

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 4 auf Meiose (Warum ist die Zelle nach der Meiose I bereits haploid?) oder Aufgabe 3 auf n und c.

  • Basis: Kino Schritt für Schritt; Chromosomenmodelle in zwei Farben; vorstrukturierte Tabelle für n und c.
  • Vertiefung: Aufgabe 3 auf Meiose (gekoppelte Gene); Vertiefung „C-Wert, Ploidie und Polyploidie“ auf n und c; Chromosomentheorie als Brücke zu Mendel.
  • Einfach-Modus und Karteikarten: Lernende mit Leseschwierigkeiten schalten im Seitenkopf den Einfach-Modus ein und lesen zuerst die Kurzfassung „Einfach erklärt“. Fachbegriffe: Karteikarten „Meiose“ und Karteikarten „n und c“.

Doppelstunde 5: Mitose und Meiose im Vergleich – und wenn die Verteilung misslingt

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • vergleichen Mitose und Meiose kriterienbezogen nach Ablauf, Ergebnis und Aufgabe,
  • erkennen in Abbildungen, ob eine Mitose, Meiose I oder Meiose II vorliegt,
  • erklären die Entstehung einer Trisomie 21 durch Nondisjunction,
  • beurteilen eine Schlagzeile zum Zusammenhang von Trisomie 21 und dem Alter der Mutter.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minTypische Kurzantwort „Mitose: 2 Zellen, Meiose: 4 Zellen“ aus dem Einstieg der Seite – reicht das für volle Punktzahl?UGMitose und Meiose im Vergleich
Erarbeitung I25 minVergleichstabelle der Seite mit eigenen Kriterien ergänzen; Diagramm zum DNA-Gehalt deuten.PAMitose und Meiose im Vergleich: Tabelle, Abb. 1; Die Zellteilung: Abb. 2
Übung15 minZellen in der Metaphase zuordnen; Chromosomenzahl und DNA-Gehalt für G1, G2, nach Mitose und nach Meiose II angeben.EAMitose und Meiose im Vergleich: Aufg. 2; Die Zellteilung: Aufg. 3
Erarbeitung II25 minNondisjunction: Entstehung einer freien Trisomie 21 mit Abb. 1; Karyogramm-Formel 47,XX,+21; anschließend die Schlagzeile „Späte Mütter sind schuld am Down-Syndrom“ beurteilen.PA, UGTrisomie 21: Abb. 1, Aufg. 2 und 5; Meiose: Abb. 3
Sicherung10 minConcept Map Zellteilung: Zellzyklus, Mitose, Meiose, Fehlverteilung.UG–
Abschluss5 minAusblick: Wie verteilen sich Merkmale auf die Nachkommen? (Überleitung zu Vererbung: Mendel und Mensch)UG–

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 4 auf Mitose und Meiose im Vergleich (Fehlverteilung in Meiose und Mitose vergleichen).

Abschluss und Leistungsüberprüfung

Das Zellteilungs-Kino enthält eigene Aufträge mit Lösungen (Aufgabe 6: Modellkritik, AFB III) und eignet sich als Wiederholungsstation. Für eine schriftliche Lernkontrolle bieten sich an:

  • AFB I: Phasen der Mitose oder Meiose mit Merkmalen (Aufgabe 1 auf Mitose oder Meiose).
  • AFB II: Chromosomen, Chromatiden und DNA-Gehalt angeben, Mitoseindex berechnen (Aufgabe 3 auf Mitose, Aufgabe 3 auf Mitose im Mikroskop, Aufgabe 2 auf n und c).
  • AFB III: Aussage beurteilen, etwa „Nach der Meiose I ist die Zelle schon haploid – die Meiose II ist überflüssig“ (Aufgabe 4 auf n und c).
  • Praktische Leistung: Protokoll des Wurzelspitzen-Praktikums mit Mitoseindex.

Klausurtrainer (Übungsklausur, Quiz-Mix und Operator-Training mit Aufgaben der jeweiligen Seite): Die Zellteilung · Mitose · Mitose im Mikroskop · Meiose · Mitose und Meiose im Vergleich · n und c

Karteikarten zur Wiederholung der Fachbegriffe: Die Zellteilung · Mitose · Meiose · n und c · Mitose und Meiose im Vergleich

Hinweise zur Durchführung

  • Doppelstunde 3: Arbeiten mit warmer Salzsäure und essigsauren Farbstoffen nur im Fachraum, mit Schutzbrille und Handschuhen und nach den Gefahrstoffregeln Ihrer Schule. Zwiebeln einige Tage vorher auf Wasser ankeimen lassen; die Wurzeln sollten etwa 1–2 cm lang sein.
  • Trisomie 21 kann Lernende persönlich betreffen. Achten Sie auf eine respektvolle Sprache („Menschen mit Down-Syndrom“) und trennen Sie biologische Erklärung und Bewertung.
  • Das Zellteilungs-Kino nennt als Zeitbedarf etwa 20 Minuten für die Mitose und 30 Minuten für die Meiose mit Vergleich.

Weitere Unterrichtsreihen

Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026. Zeitangaben sind Richtwerte für eine Doppelstunde von 90 Minuten.

„Unterrichtsreihe: Zellteilung – Mitose und Meiose (Klasse 9/10)“ von genzukunft.de – Lizenz: CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de) – Quelle: https://www.genzukunft.de/lehrkraefte/unterrichtsreihen/zellteilung-mitose-meiose/ – Logo und Wortmarke sind ausgenommen.

Diese Website setzt nur technisch notwendige Cookies. Die Reichweitenmessung mit Matomo läuft ohne Cookies auf unserem eigenen Server.