Genzukunft

Genetik verstehen · Zukunft mitdenken

Unterrichtsreihe: Gentechnik – Methoden, Chancen, Risiken (Klasse 9/10)

Unterrichtsreihe 4 von 7Alle Unterrichtsreihen

Was Gentechnik kann, wie sie funktioniert und wie man sie fair beurteilt: Die Reihe beginnt mit dem Werkzeugkasten und dem Klassiker Insulin aus Bakterien, untersucht Beispiele der grünen Gentechnik und die Genschere CRISPR/Cas9 und endet mit einer strukturierten Debatte in der Ethik-Arena.

Steckbrief

MerkmalAngabe
ZielgruppeKlasse 9/10 (Sekundarstufe I)
Umfang5 Doppelstunden à 90 Minuten
VorwissenBau der DNA, Gen und Protein, Bakterienzelle (siehe Zelle, Chromosomen, DNA); Grundbegriffe der Vererbung
LeitfrageWie verändert man Erbgut gezielt – und wie beurteilt man Nutzen und Risiken?
AusstattungTablets oder Laptops für die Gen-Schere; Papierstreifen und Scheren für das Schneide-Modell; Klebeband für die Positionslinie
LernkontrolleÜbungsklausur im Klausurtrainer, schriftliche Stellungnahme mit dem Bewertungsraster der Ethik-Arena

Kompetenzbereiche nach den KMK-Bildungsstandards

  • Sachkompetenz: Werkzeuge der Gentechnik und den Ablauf einer Genübertragung beschreiben; Wirkprinzipien von Bt-Mais und CRISPR/Cas9 erklären.
  • Erkenntnisgewinnung: Modelle nutzen (Schneiden und Kleben, Simulation der Genschere); Selektionsschritte begründen.
  • Kommunikation: Informationen aus Texten, Tabellen und Diagrammen entnehmen; Belege prüfen (Wer sagt das, woher stammen die Daten?).
  • Bewertung: Gefahr und Risiko unterscheiden; Argumente ethischen Prinzipien zuordnen und eine eigene Position begründen.

Die Doppelstunden im Überblick

Nr.ThemaSchwerpunktZentrale Seiten
1Was ist Gentechnik? Werkzeuge und „Farben“Sachkompetenz: ÜberblickGentechnik, Gentechnik im Alltag
2Insulin aus Bakterien – ein Gen wird übertragenModelle nutzen: Schneiden und KlebenInsulin aus Bakterien, Plasmide, Rinder- und Schweineinsulin
3Grüne Gentechnik – Beispiele, Belege, KennzeichnungKommunikation: Belege prüfenGrüne Gentechnik, Bt-Mais, Golden Rice, Gentechnik-Kennzeichnung, Grüne Gentechnik: Vor- und Nachteile
4Die Genschere CRISPR/Cas9Modelle nutzen: SimulationCRISPR/Cas9, Gen-Schere
5Chancen und Risiken bewerten – Debatte in der Ethik-ArenaBewertungGefahren der Gentechnik, Gentechnik-Mythen, Ethik-Arena

Abkürzungen in den Verlaufstabellen: EA = Einzelarbeit, PA = Partnerarbeit, GA = Gruppenarbeit, UG = Unterrichtsgespräch, LV = Lehrkraftvortrag. Auf schmalen Bildschirmen lassen sich die Tabellen seitlich verschieben.

Doppelstunde 1: Was ist Gentechnik? Werkzeuge und „Farben“

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären, was Gentechnik ist und wie sie sich von klassischer Züchtung unterscheidet,
  • nennen die wichtigsten Werkzeuge der Gentechnik und beschreiben ihre Aufgabe,
  • ordnen Anwendungen den „Farben“ der Gentechnik zu,
  • nennen belegte Beispiele für Gentechnik im Alltag.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minBlitzumfrage: Wo steckt Gentechnik in eurem Alltag? Vermutungen notieren, später überprüfen.UGGentechnik im Alltag
Erarbeitung I25 minDefinition und Werkzeugkasten: Restriktionsenzym, Ligase, Plasmid und weitere Werkzeuge mit ihrer Aufgabe.PAGentechnik: Abschnitte „Was ist Gentechnik?“ und „Methoden der Gentechnik“, Aufg. 1
Erarbeitung II20 minZehn Alltagsbeispiele lesen und den Farben zuordnen.GAGentechnik im Alltag; Gentechnik: Aufg. 4
Sicherung15 minVermutungen vom Einstieg überprüfen; fünf Alltagsprodukte mit Funktion der Gentechnik.UGGentechnik im Alltag: Aufg. 1
Vertiefung15 minBegriffe „Genmanipulation“ und „Genveränderung“ sachlich einordnen; drei Formen der Beteiligung von Gentechnik unterscheiden.PAGentechnik im Alltag: Aufg. 2
Abschluss5 minZwei Fragen aus dem Selbsttest.EAGentechnik: Selbsttest

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Selbsttest auf Gentechnik im Alltag; Fachbegriffe mit den Karteikarten wiederholen.

Doppelstunde 2: Insulin aus Bakterien – ein Gen wird übertragen

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären die Aufgabe von Insulin und warum Menschen mit Diabetes es brauchen,
  • beschreiben die Schritte, mit denen Bakterien menschliches Insulin herstellen,
  • erklären, warum Spender-DNA und Plasmid mit demselben Restriktionsenzym geschnitten werden,
  • vergleichen tierisches Insulin, Humaninsulin und Insulinanaloga.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minWoher kam Insulin, bevor es Gentechnik gab? Probleme sammeln.UGInsulin aus Bakterien: Abschnitt „Insulin und Diabetes“; Rinder- und Schweineinsulin
Erarbeitung I25 minHerstellung von Humaninsulin mit Abb. 1; die Schritte als Flussdiagramm legen.PAInsulin aus Bakterien: Abb. 1, Aufg. 1
Modell20 minSchneiden und Kleben mit Papierstreifen: Schnitt mit EcoRI, klebrige Enden, Ligase.PAPlasmide: Abschnitt „Ein Gen ins Plasmid bringen“, Aufg. 2
Sicherung15 minWarum dasselbe Restriktionsenzym? Wozu der Nährboden mit Antibiotikum?UGGentechnik: Aufg. 2–3
Vergleich15 minRinder-, Schweine-, Humaninsulin und Analoga; zwei Nachteile tierischen Insulins.PAInsulin aus Bakterien: Tabelle, Aufg. 2 und 4
Abschluss5 minExit-Ticket: Herstellung in drei Sätzen.EA–

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 5 auf Insulin aus Bakterien (Aussage „Insulin aus Bakterien zeigt, dass Gentechnik grundsätzlich unbedenklich ist“ bewerten).

Doppelstunde 3: Grüne Gentechnik – Beispiele, Belege, Kennzeichnung

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • definieren grüne Gentechnik und unterscheiden Kreuzungszüchtung, klassische Gentechnik und Genomeditierung,
  • erläutern das Wirkprinzip von Bt-Mais,
  • beschreiben, wann Lebensmittel in der EU als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen,
  • stellen Vor- und Nachteile mit ihren Belegen dar.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minEtiketten-Impuls: „Ohne Gentechnik“, Bio-Siegel und gesetzlicher Hinweis – was bedeutet was?UGGentechnik-Kennzeichnung
Erarbeitung30 minGruppenpuzzle: (1) Bt-Mais, (2) Golden Rice, (3) Papaya auf Hawaii und Flavr-Savr-Tomate, (4) Kennzeichnung. Leitfragen: Welches Gen, welche Eigenschaft, welche Belege für Nutzen und Risiken?GABt-Mais; Golden Rice; Grüne Gentechnik: Beispiele; Gentechnik-Kennzeichnung
Austausch20 minStammgruppen berichten; gemeinsame Tabelle mit Vor- und Nachteilen und der Quelle des Belegs.GAGrüne Gentechnik: Vor- und Nachteile: Abschnitt „Vorteile und Nachteile der grünen Gentechnik im Überblick“
Sicherung15 minRote, weiße und grüne Gentechnik mit Beispiel; Vor- und Nachteile mit Belegen.UGGrüne Gentechnik: Aufg. 1; Grüne Gentechnik: Vor- und Nachteile: Aufg. 1
Transfer10 minScheinbarer Widerspruch: In Deutschland wächst keine GV-Pflanze, trotzdem fressen viele Kühe GV-Soja.PAGrüne Gentechnik: Aufg. 3
Abschluss5 minZwei Fragen aus dem Selbsttest.EAGrüne Gentechnik: Selbsttest

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 4 auf Grüne Gentechnik: Vor- und Nachteile (Schlagzeile „22 Prozent mehr Ertrag – damit ist der Welthunger lösbar“ beurteilen).

Doppelstunde 4: Die Genschere CRISPR/Cas9

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben, wie Bakterien CRISPR als Immunsystem gegen Viren nutzen,
  • beschreiben, wie Guide-RNA, PAM und Cas9 die Schnittstelle festlegen,
  • vergleichen die Reparaturwege NHEJ und HDR und ihre Ziele,
  • unterscheiden Eingriffe in Körperzellen von Eingriffen in die Keimbahn.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minEin Immunsystem aus Bakterien: kurzer Lehrkraftimpuls mit dem ersten Abschnitt der Seite.LV, UGCRISPR/Cas9: Abschnitt „Ein Immunsystem aus Bakterien“
Erarbeitung20 minSo funktioniert die Genschere: Aufgaben von Guide-RNA, PAM und Cas9.PACRISPR/Cas9: Aufg. 2
Simulation30 minGen-Schere Level 1 und 2: Schnittstelle finden, schneiden, reparieren.PAGen-Schere: Aufg. 1–3
Sicherung15 minNHEJ und HDR im Vergleich: Welcher Weg schaltet ein Gen aus, welcher korrigiert es?UGGen-Schere: Abschnitt „NHEJ und HDR im Vergleich“
Transfer10 minWofür CRISPR heute genutzt wird; Behandlung von Körperzellen und Eingriff in Embryonen unterscheiden.UGCRISPR/Cas9: Abschnitt „Wofür CRISPR heute genutzt wird“
Abschluss5 minExit-Ticket: Wie findet Cas9 seine Schnittstelle? (drei Sätze)EAGen-Schere: Aufg. 1

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Aufgabe 6 auf Gen-Schere: Stellung nehmen zu „Mit CRISPR lässt sich jede Erbkrankheit heilen.“

  • Basis: Gen-Schere nur Level 1; Begriffskarten gRNA, PAM, Cas9, Doppelstrangbruch.
  • Vertiefung: Level 3 der Gen-Schere (Off-Target-Schnitte); Aufgabe 3 auf CRISPR/Cas9 (PAM bestimmen); Base und Prime Editing.
  • Einfach-Modus und Karteikarten: Lernende mit Leseschwierigkeiten schalten im Seitenkopf den Einfach-Modus ein und lesen zuerst die Kurzfassung „Einfach erklärt“. Fachbegriffe: Karteikarten „CRISPR/Cas9“.

Doppelstunde 5: Chancen und Risiken bewerten – Debatte in der Ethik-Arena

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • unterscheiden Gefahr und Risiko an Beispielen,
  • prüfen Behauptungen mit den vier Fragen eines Faktenchecks,
  • stellen Argumente beider Seiten dar und ordnen sie ethischen Prinzipien zu,
  • beurteilen eine Streitfrage der Gentechnik und begründen eine eigene Position.
PhaseZeitInhalt / AktivitätSozialformMaterial
Einstieg10 minPositionslinie zu einer Streitfrage der Ethik-Arena, zum Beispiel Streitfrage 3 „Genomeditierte Pflanzen ohne Kennzeichnung?“; Positionen festhalten.PlenumEthik-Arena: Methode „Positionslinie“
Erarbeitung I15 minGefahr oder Risiko? Mythen mit den vier Fragen prüfen.PAGefahren der Gentechnik: Aufg. 1; Gentechnik-Mythen: Aufg. 1–2
Erarbeitung II25 minRollenkarten verteilen; Sachinformation und Argumente der Streitfrage lesen; Argumente mit dem Bewertungsraster prüfen.GAEthik-Arena: Rollenkarten, Bewertungsraster
Debatte25 minPro-Contra-Debatte oder Fishbowl nach der Methodenbeschreibung.PlenumEthik-Arena: Methoden für den Unterricht
Reflexion10 minPositionslinie wiederholen: Hat sich die Position verändert, welches Argument war am stärksten?PlenumEthik-Arena: Aufg. 5
Abschluss5 minHinweis auf die Übungsklausur und das Bewertungsraster für die Hausaufgabe.UG–

Hausaufgabe und Differenzierung

Hausaufgabe: Stellungnahme aus Sicht einer Rollenkarte (ca. 150 Wörter, Aufgabe 3 auf Ethik-Arena) oder Aufgabe 5 auf Gefahren der Gentechnik.

Abschluss und Leistungsüberprüfung

Die Reihe schließt mit der Debatte; die schriftliche Stellungnahme lässt sich mit dem Bewertungsraster der Ethik-Arena einschätzen. Für eine Klassenarbeit bieten sich an:

Klausurtrainer (Übungsklausur, Quiz-Mix und Operator-Training mit Aufgaben der jeweiligen Seite): Gentechnik · Insulin aus Bakterien · Grüne Gentechnik · CRISPR/Cas9 · Pro und Contra zur Gentechnik · Gefahren der Gentechnik

Karteikarten zur Wiederholung der Fachbegriffe: Gentechnik · Insulin aus Bakterien · Grüne Gentechnik · CRISPR/Cas9 · Pro und Contra zur Gentechnik

Hinweise zur Durchführung

  • Die Seiten zur grünen Gentechnik nennen Rechtsstand und Zahlen mit Stand Oktober 2026. Prüfen Sie bei späterem Einsatz, ob sich die Rechtslage (zum Beispiel zur NGT-Verordnung) geändert hat.
  • Die Gen-Schere nennt als Zeitbedarf 20–25 Minuten für alle drei Level und 15 Minuten für die Aufgaben.
  • Achten Sie in der Debatte darauf, Sachaussagen und Werturteile zu trennen; die Seite Ethische Urteilsbildung bietet dafür Formulierungshilfen.

Weitere Unterrichtsreihen

Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026. Zeitangaben sind Richtwerte für eine Doppelstunde von 90 Minuten.

„Unterrichtsreihe: Gentechnik – Methoden, Chancen, Risiken (Klasse 9/10)“ von genzukunft.de – Lizenz: CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de) – Quelle: https://www.genzukunft.de/lehrkraefte/unterrichtsreihen/gentechnik-methoden-chancen-risiken/ – Logo und Wortmarke sind ausgenommen.

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