DNA aus Erdbeeren isolieren – ein Experiment für die Küche
Experiment & Mitmachen
DNA ist unvorstellbar dünn – und trotzdem kannst du sie mit bloßem Auge sehen. Du brauchst dafür nur Erdbeeren, ein paar Haushaltsmittel und etwa 20 Minuten. Am Ende wickelst du weiße Fäden auf ein Holzstäbchen: Erbsubstanz aus Millionen Zellen.
Das brauchst du
- 2 Erdbeeren (frisch oder aufgetaut, ohne grüne Blätter)
- 1 Gefrierbeutel mit Verschluss
- 2 Teelöffel Spülmittel, 1 Teelöffel Kochsalz, etwa 120 ml Wasser
- 2 Gläser oder Becher, 1 Kaffeefilter
- etwa 120 ml eiskalter Alkohol: Isopropanol (Apotheke) oder Brennspiritus, vorher mindestens eine Stunde verschlossen im Gefrierfach
- 1 Holzspieß oder Zahnstocher, Schutzbrille
Sicherheit
- Alkohol ist leicht entzündlich: keine offenen Flammen, nicht in der Nähe von Herd oder Kerzen arbeiten, Raum lüften.
- Nichts davon essen oder trinken – auch nicht die Erdbeermasse. Brennspiritus und Isopropanol sind giftig.
- Schutzbrille tragen; Spülmittel und Alkohol reizen die Augen. Danach Hände waschen.
- Jüngere Geschwister nur mit Erwachsenen experimentieren lassen. Reste nach Absprache mit der Lehrkraft oder den Eltern entsorgen.
So geht’s
- ZerdrückenErdbeeren in den Beutel geben, verschließen und etwa zwei Minuten lang gründlich zerquetschen.
- Lösung mischenSpülmittel, Salz und Wasser in einem Glas verrühren, bis sich das Salz gelöst hat.
- KnetenDie Lösung in den Beutel gießen und eine Minute lang vorsichtig kneten. Möglichst wenig Schaum erzeugen.
- FilternDen Brei durch den Kaffeefilter ins zweite Glas laufen lassen. Fruchtreste bleiben im Filter.
- Alkohol dazuDie gleiche Menge eiskalten Alkohol langsam am Glasrand hinunterlaufen lassen, sodass er eine Schicht über der Flüssigkeit bildet.
- BeobachtenNach kurzer Zeit erscheinen in der oberen Schicht weiße, schleimige Fäden. Mit dem Holzspieß kannst du sie vorsichtig aufwickeln.
Was passiert da?
Beim Zerdrücken brechen die Zellen der Frucht auf. Das Spülmittel löst die fetthaltigen Membranen der Zellen und der Zellkerne auf – so wird die DNA freigesetzt. Das Salz liefert positiv geladene Ionen. Sie schirmen die negativen Ladungen der Phosphatgruppen im DNA-Rückgrat ab, sodass sich die DNA-Fäden zusammenlagern können. Im Alkohol ist DNA kaum löslich: Sie fällt dort aus, wo Alkohol und Wasser aufeinandertreffen. Kälte verstärkt diesen Effekt.
Ein einzelnes DNA-Molekül ist nur etwa zwei Nanometer dick und damit viel zu dünn, um es zu sehen. Was du aufwickelst, sind unzählige DNA-Stränge, die sich zu einem Bündel verklumpt haben. Chemisch rein ist das nicht: Es können auch andere Stoffe aus der Frucht mit ausfallen, etwa Kohlenhydrate.
Wusstest du?
Erdbeeren eignen sich besonders gut, weil Gartenerdbeeren achtfach (oktoploid) sind: Jede Zelle enthält acht Chromosomensätze statt zwei wie bei uns. Die Kulturerdbeere entstand aus der Kreuzung zweier wilder Arten mit jeweils acht Sätzen. Außerdem sind reife Erdbeeren weich und lassen sich leicht zerdrücken.
Für den Unterricht
- AFB I Nenne die Aufgaben von Spülmittel, Salz und Alkohol bei der DNA-Isolierung.
- AFB II Erkläre, warum du die DNA mit bloßem Auge sehen kannst, obwohl ein DNA-Molekül nur etwa zwei Nanometer dick ist.
- AFB III Plane ein Kontrollexperiment, zum Beispiel ohne Spülmittel oder mit Alkohol bei Zimmertemperatur. Stelle vorher eine Hypothese auf und begründe sie.
Passt zu: Wie sieht die DNA aus?
Quellen
- National Human Genome Research Institute (NHGRI): Strawberry DNA Extraction.
- Edger, P. P. u. a.: Origin and evolution of the octoploid strawberry genome. Nature Genetics 51, 2019.
Stand: Oktober 2026.