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EPO-Doping: Wirkung, Risiken, Nachweis

Vertiefung zum ThemaEPO

Im Oktober 2012 verlor Lance Armstrong alle sieben Siege bei der Tour de France. Die US-Anti-Doping-Agentur sprach vom ausgefeiltesten Dopingprogramm, das der Sport je gesehen habe. Eine Hauptrolle spielte ein Medikament, das eigentlich Nierenkranken hilft: gentechnisch hergestelltes Erythropoetin, kurz EPO.

Kurz gesagt

Beim EPO-Doping wird das Hormon Erythropoetin ohne medizinischen Grund verwendet, damit das Knochenmark mehr rote Blutkörperchen bildet. Das Blut kann dann mehr Sauerstoff transportieren, wird aber auch zähflüssiger; Bluthochdruck und Blutgerinnsel drohen. EPO ist im Sport jederzeit verboten. Nachgewiesen wird es direkt im Urin über sein Zuckermuster und indirekt über den biologischen Athletenpass. In Deutschland ist Selbstdoping für Spitzensportler seit 2015 eine Straftat.

Das lernst du hier

  • die Wirkung von EPO-Doping auf Hämatokrit und Sauerstofftransport erklären,
  • gesundheitliche Risiken begründen,
  • direkten und indirekten Nachweis unterscheiden,
  • bekannte Fälle und das Anti-Doping-Gesetz einordnen und eine Studie zur Wirkung kritisch bewerten.

Was EPO-Doping im Körper bewirkt

Erythropoetin ist ein Hormon, das vor allem die Niere bildet. Es regt im Knochenmark die Bildung roter Blutkörperchen an. Wie dieser Regelkreis funktioniert, erklärt das Hauptkapitel Blutbildende Hormone. Wie rote Blutkörperchen aus Stammzellen heranreifen, zeigt die Seite Blutbildung: Wie rote Blutkörperchen entstehen. Wird zusätzlich EPO gespritzt, entstehen mehr rote Blutkörperchen, als der Körper selbst bilden würde. Das lässt sich am Hämatokrit ablesen: Er gibt an, welchen Anteil die roten Blutkörperchen am gesamten Blutvolumen haben. Bei gesunden Männern liegt er etwa zwischen 43 und 49 Prozent, bei Frauen etwa zwischen 37 und 45 Prozent; die genauen Grenzen hängen vom Labor ab.

Hämatokrit ohne Doping und nach EPO-Missbrauch Zwei zentrifugierte Blutröhrchen. Oben jeweils das gelbliche Blutplasma, darunter eine dünne helle Schicht aus weißen Blutkörperchen und Blutplättchen, unten die roten Blutkörperchen. Im linken Röhrchen ohne Doping liegt der Anteil der roten Blutkörperchen unter der gestrichelten 50-Prozent-Linie, im rechten nach EPO-Missbrauch darüber. Rechts zwei Folgen: mehr Sauerstofftransport zu den Muskeln, aber zähflüssigeres Blut mit Gefahr von Bluthochdruck und Blutgerinnseln. ohne Doping nach EPO-Missbrauch 50 % Blutplasma rote Blut- körperchen Mehr rote Blutkörperchen mehr Hämoglobin, mehr Sauerstoff- transport zu den Muskeln Blut wird zähflüssiger Blutdruck kann steigen; Gefahr von Blutgerinnseln (Thrombosen), die Gefäße verstopfen können Hämatokrit = Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen
Abb. 1: Hämatokrit und Folgen von EPO-Doping (schematisch, Anteile nicht gemessen). Wird Blut zentrifugiert, setzen sich die roten Blutkörperchen unten ab. Die gestrichelte Linie zeigt die 50-Prozent-Grenze, die der Radsport-Weltverband UCI 1997 für Männer einführte.

Mehr rote Blutkörperchen bedeuten mehr Hämoglobin und damit mehr Sauerstoff, der zu den arbeitenden Muskeln gelangt. Deshalb wurde EPO vor allem in Ausdauersportarten missbraucht. Wie groß der Vorteil im echten Wettkampf ist, ist aber weniger klar, als oft angenommen wird. Eine Studie dazu stellt der Abschnitt über Fälle, Studien und Gesetze weiter unten vor.

Risiken für die Gesundheit

EPO ist ein wirksames Medikament, etwa bei Blutarmut durch eine Nierenerkrankung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nennt in ihren Informationen zu einem EPO-Präparat als häufigste Nebenwirkung einen Anstieg des Blutdrucks. Außerdem warnt sie vor thromboembolischen Ereignissen: Blutgerinnsel können Gefäße verstopfen und so zum Beispiel einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auslösen. Selbst bei Kranken wird der Wert deshalb nicht möglichst hoch, sondern nur so weit wie nötig angehoben.

Beim Doping kommen weitere Gefahren hinzu. Gesunde Sportlerinnen und Sportler haben bereits normale Werte; jede Erhöhung macht das Blut zähflüssiger. Bei starkem Schwitzen verliert das Blut außerdem Wasser, sodass der Anteil der Blutzellen weiter steigt. Ohne ärztliche Kontrolle und mit Präparaten aus unklaren Quellen fehlt jede Sicherheit. Sehr selten bildet der Körper nach einer EPO-Behandlung Antikörper, die auch das eigene EPO unwirksam machen. Dann kann das Knochenmark kaum noch rote Blutkörperchen bilden (Erythroblastopenie); die EMA nennt diese Erkrankung als Grund, kein EPO mehr zu verwenden.

Merke

EPO-Doping erhöht über mehr rote Blutkörperchen den Hämatokrit und die Sauerstofftransportkapazität. Gleichzeitig wird das Blut zähflüssiger: Bluthochdruck und Blutgerinnsel drohen. EPO steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur und ist innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen verboten.

EPO-Doping nachweisen: direkt und indirekt

Lange galt EPO-Doping als unentdeckbar. Gentechnisch hergestelltes EPO hat dieselbe Abfolge von Aminosäuren wie das körpereigene Hormon, und ein erhöhter Wert allein beweist nichts. Der Radsport-Weltverband UCI führte deshalb 1997 eine Grenze für den Hämatokrit ein: Wer als Mann über 50 Prozent oder als Frau über 47 Prozent lag, durfte nicht starten und wurde für 14 Tage gesperrt. Offiziell diente die Regel dem Gesundheitsschutz, ein Dopingbeweis war sie nicht.

  1. Direkter Nachweis im UrinGentechnisches EPO wird in Säugetierzellen hergestellt und trägt deshalb etwas andere Zuckerketten als das EPO aus der Niere. Dadurch unterscheiden sich die Moleküle in ihrer elektrischen Ladung. Ein Verfahren, das Proteine nach ihrer Ladung trennt, macht den Unterschied sichtbar. Die Methode stellten Forschende um Françoise Lasne vom französischen Anti-Doping-Labor im Juni 2000 in der Fachzeitschrift Nature vor; bei den Olympischen Spielen in Sydney wurde sie erstmals eingesetzt.
  2. Indirekter Nachweis über das BlutDer biologische Athletenpass sucht nicht nach dem Mittel selbst, sondern verfolgt ausgewählte Blutwerte, etwa Hämoglobin und junge rote Blutkörperchen (Retikulozyten), über lange Zeit. Für jede Person werden eigene Normalbereiche berechnet. Im Radsport wurde der Pass 2008 eingeführt, die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) startete ihr Blutmodul im Dezember 2009.
  3. BewertungEin Wert außerhalb des persönlichen Bereichs gilt als auffällig. Er führt zu gezielten weiteren Kontrollen und einer Prüfung durch Fachleute und kann am Ende zu einem Verfahren wegen Dopings führen.
Direkter und indirekter Nachweis von EPO-Doping Links ein Trenngel mit drei Bahnen. Bahn 1, körpereigenes EPO: blaue Banden im oberen Bereich. Bahn 2, gentechnisches EPO: rote Banden weiter unten. Bahn 3, eine Urinprobe als Beispiel: schwache blaue Banden und kräftige rote Banden an der Stelle des gentechnischen EPO, also ein auffälliger Befund. Rechts ein Diagramm des Athletenpasses: Hämoglobinwerte einer Person über die Zeit liegen in einem grün markierten persönlichen Normalbereich, ein letzter Wert liegt deutlich darüber und ist als auffällig markiert. Direkt: Urintest Indirekt: Athletenpass körpereigenesEPO gentechnischesEPO Urinprobe(Beispiel) Trennung nach elektrischer Ladung Hämoglobin Zeit (Kontrollen) persönlicher Normalbereich auffälliger Wert auffällig heißt: genauer prüfen, noch kein Beweis
Abb. 2: Zwei Wege zum Nachweis (schematisch; Lage der Banden und Werte vereinfacht, keine Messdaten). Links: Weil die Zuckerketten verschieden sind, wandern körpereigenes und gentechnisches EPO an unterschiedliche Stellen. Rechts: Der Athletenpass vergleicht neue Blutwerte mit dem persönlichen Normalbereich einer Person.

Wie gut der Urintest funktioniert, prüfte das Labor bei seiner Entwicklung auch an Urinproben der Tour de France 1998: Die 14 Proben mit den höchsten EPO-Werten, die genauer untersucht wurden, enthielten alle gentechnisch hergestelltes EPO. Heute stehen neben EPO auch abgewandelte, länger wirkende Varianten und Wirkstoffe, die die körpereigene EPO-Bildung über den Sauerstoffsensor HIF anregen, auf der Verbotsliste der WADA.

Typische Fehler

  • „EPO-Doping kann man nicht nachweisen, weil der Körper EPO selbst bildet.“ Falsch. Gentechnisches EPO unterscheidet sich im Zuckermuster und lässt sich im Urin erkennen; zusätzlich verrät der Athletenpass auffällige Veränderungen im Blut.
  • „Höhentraining ist auch Doping.“ Nein. In der Höhe bildet der Körper selbst mehr EPO, der Regelkreis bleibt intakt. Höhentraining ist erlaubt.
  • „Ein hoher Hämatokrit beweist Doping.“ Nein. Werte schwanken natürlich, etwa durch Flüssigkeitsverlust oder Höhenaufenthalte. Darum vergleicht der Athletenpass mit den eigenen früheren Werten.
  • „Das Anti-Doping-Gesetz bestraft alle, die dopen.“ Selbstdoping ist nur für Spitzensportler und für Sportler mit erheblichen Einnahmen strafbar. Herstellen, Handeln und Abgeben von Dopingmitteln ist aber für alle verboten.

Fälle, Studien und Gesetze zum EPO-Doping

JahrEreignis
1997Die UCI führt die Hämatokrit-Grenze ein (Männer 50 %, Frauen 47 %).
1998Festina-Affäre: Bei einem Betreuer des Radteams Festina werden große Mengen verbotener Mittel gefunden, vor allem EPO. Das Team wird nach der 7. Etappe von der Tour de France ausgeschlossen; mehrere Fahrer gestehen später Doping.
2000Der erste Urintest auf gentechnisches EPO wird veröffentlicht und bei den Olympischen Spielen in Sydney eingesetzt.
2008/2009Der biologische Athletenpass kommt im Radsport (2008) und als WADA-Modul (Dezember 2009).
2012Die US-Anti-Doping-Agentur USADA veröffentlicht am 10. Oktober ihre Beweise gegen das Radteam US Postal. Lance Armstrong erhält eine lebenslange Sperre; am 22. Oktober erkennt die UCI ihm alle Ergebnisse seit August 1998 ab, darunter die Tour-Siege von 1999 bis 2005. Im Januar 2013 gesteht er Doping in einem Fernsehinterview.
2015In Deutschland tritt am 18. Dezember das Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) in Kraft.

Das Anti-Doping-Gesetz verbietet in § 2 allen, Dopingmittel wie EPO zum Zweck des Dopings im Sport herzustellen, damit zu handeln, sie abzugeben, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden. § 3 verbietet das Selbstdoping, also die Anwendung bei sich selbst ohne medizinischen Grund, um sich im Wettbewerb einen Vorteil zu verschaffen. Dafür drohen nach § 4 Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Strafbar ist Selbstdoping laut § 4 Absatz 7 aber nur für Spitzensportler, die zu einem Testpool für Trainingskontrollen gehören, und für Sportler mit erheblichen Einnahmen aus dem Sport. Besonders hart bestraft wird nach § 4 Absatz 4 zum Beispiel, wer Dopingmittel an Jugendliche unter 18 Jahren abgibt: mit einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Wie viel EPO tatsächlich bringt, untersuchte 2017 eine Studie in Leiden (Niederlande) mit 48 gut trainierten männlichen Hobby-Radfahrern. Weder sie noch die Forschenden wussten, wer EPO und wer ein Scheinmedikament (Placebo) bekam. Im Labortest bis zur Erschöpfung schnitt die EPO-Gruppe besser ab: Ihre maximale Sauerstoffaufnahme lag bei rund 60,1 statt 57,4 Millilitern pro Minute und Kilogramm Körpergewicht. In Tests unterhalb der Maximalleistung und bei einem Rennen auf den Mont Ventoux gab es dagegen keinen messbaren Unterschied: Beide Gruppen brauchten im Mittel etwa 1 Stunde und 40 Minuten. Ob das Ergebnis auf Profis übertragbar ist, ist offen.

Wusstest du?

Der Fall Armstrong wurde nicht durch einen einzelnen Dopingtest aufgeklärt. Die USADA trug 2012 über 1000 Seiten Beweise zusammen: eidesstattliche Aussagen von 26 Personen, darunter 15 Radfahrer, dazu Zahlungsbelege, E-Mails, wissenschaftliche Daten und Laborergebnisse.

Vertiefung Oberstufe: Was Retikulozyten über Doping verraten

Retikulozyten sind junge rote Blutkörperchen, die gerade aus dem Knochenmark ins Blut gelangt sind. Ihr Anteil zeigt, wie aktiv die Blutbildung im Moment ist. Der Hämoglobinwert zeigt dagegen, wie viele rote Blutkörperchen sich insgesamt angesammelt haben. Weil rote Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, reagiert der Hämoglobinwert träge, der Retikulozytenanteil schnell.

Wird zusätzlich EPO gespritzt, steigt zuerst der Retikulozytenanteil, später der Hämoglobinwert. Wird das EPO abgesetzt, greift die negative Rückkopplung des Körpers: Weil das Blut viel Sauerstoff transportiert, drosselt die Niere ihre eigene EPO-Bildung. Die Neubildung bricht ein, der Retikulozytenanteil fällt unter den persönlichen Normalwert, während der Hämoglobinwert noch hoch ist. Eine solche Kombination passt nicht zu einem gesunden, ungestörten Regelkreis. Ähnliche Muster können auch nach einer verbotenen Bluttransfusion auftreten.

Der Athletenpass nutzt diese Zusammenhänge. Statt fester Grenzwerte für alle berechnet ein statistisches Modell für jede Person einen eigenen Erwartungsbereich und passt ihn mit jedem neuen Messwert an. Liegen Werte oder Wertekombinationen außerhalb, gilt der Pass als auffällig. Fachleute prüfen dann, ob es harmlose Erklärungen gibt, etwa eine Krankheit, einen Höhenaufenthalt oder Fehler bei Probenahme und Transport. Erst wenn das nicht der Fall ist, kann ein Verfahren eröffnet werden.

Der Vorteil: Der Pass erkennt die Wirkung einer Manipulation, auch wenn das Mittel selbst nicht mehr nachweisbar ist oder ein neues, noch unbekanntes Mittel verwendet wurde. Die Grenze: Kleine Veränderungen gehen im natürlichen Schwanken der Werte unter. Deshalb ergänzen sich direkter und indirekter Nachweis.

Fachbegriffe

Erythropoetin (EPO)
Hormon vor allem aus der Niere, das die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark anregt.
Hämatokrit
Anteil der roten Blutkörperchen am gesamten Blutvolumen, meist in Prozent angegeben.
Retikulozyten
Junge rote Blutkörperchen; ihr Anteil zeigt, wie aktiv die Blutbildung gerade ist.
Thrombose
Blutgerinnsel in einem Gefäß, das den Blutfluss behindern oder unterbrechen kann.
Biologischer Athletenpass
Langzeitprofil von Blutwerten mit persönlichen Normalbereichen zur indirekten Erkennung von Doping.
Selbstdoping
Anwendung von Dopingmitteln bei sich selbst; nach § 3 Anti-Doping-Gesetz verboten.

Aufgaben

AFB I Wissen wiedergeben AFB II Anwenden AFB III Beurteilen

  1. AFB IBeschreibe mithilfe von Abb. 1, was der Hämatokrit angibt und wie EPO-Doping ihn verändert.
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    Der Hämatokrit ist der Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen. Im zentrifugierten Röhrchen setzen sie sich unten ab, darüber liegt das Plasma. Nach EPO-Missbrauch bildet das Knochenmark mehr rote Blutkörperchen; ihr Anteil und damit der Hämatokrit steigen, das Blut wird zähflüssiger.

  2. AFB IIErkläre, warum EPO-Doping lange als nicht nachweisbar galt und wie der Urintest das Problem löst.
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    Der Körper bildet selbst EPO; gentechnisches EPO hat dieselbe Aminosäurefolge. Ein erhöhter Wert allein beweist daher nichts. Gentechnisches EPO wird aber in Säugetierzellen wie CHO-Zellen hergestellt und trägt etwas andere Zuckerketten. Dadurch hat es eine andere elektrische Ladung. Ein Verfahren, das Proteine nach ihrer Ladung trennt, zeigt für körpereigenes und gentechnisches EPO unterschiedliche Bandenmuster.

  3. AFB IIErläutere mithilfe der negativen Rückkopplung, warum nach dem Absetzen von EPO der Retikulozytenanteil sinkt, obwohl der Hämoglobinwert noch hoch ist.
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    Durch das gespritzte EPO sind viele rote Blutkörperchen entstanden; das Gewebe ist gut mit Sauerstoff versorgt. Die Niere misst die gute Versorgung und drosselt ihre eigene EPO-Bildung. Ohne EPO-Signal bildet das Knochenmark kaum neue rote Blutkörperchen, also sinkt der Anteil junger Retikulozyten. Die bereits gebildeten roten Blutkörperchen leben aber etwa 120 Tage weiter, deshalb bleibt der Hämoglobinwert zunächst hoch.

  4. AFB IIWerte die Studie aus Leiden aus: Was zeigt sie, und welche Schlüsse lassen sich nicht daraus ziehen?
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    Die Studie war doppelblind, randomisiert und placebokontrolliert. EPO verbesserte die maximale Sauerstoffaufnahme im Labortest, nicht aber die Leistung bei submaximaler Belastung und im Rennen auf den Mont Ventoux. Nicht ableiten lässt sich, dass EPO harmlos oder im Profisport wirkungslos ist: Es wurden nur 48 Hobby-Radfahrer untersucht, ein einzelnes Rennen gewertet, und Profis fahren unter anderen Bedingungen. Die Studie beweist auch nichts über die Gesundheitsrisiken bei Missbrauch.

  5. AFB IIINach dem Anti-Doping-Gesetz ist Selbstdoping nur für Spitzensportler und Sportler mit erheblichen Einnahmen strafbar. Beurteile diese Regelung.
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    Für die Regelung spricht: Im Spitzensport geht es um Geld, Förderung und faire Chancen der Konkurrenz; hier ist der Schaden durch Betrug am größten. Breitensportler zu verfolgen, wäre kaum kontrollierbar und würde Gerichte belasten; ihr Schutz erfolgt über das für alle geltende Verbot von Handel und Abgabe. Dagegen spricht: Auch im Freizeit- und Fitnessbereich gefährden Dopingmittel die Gesundheit, und Jugendliche orientieren sich am Verhalten anderer. Begründetes eigenes Urteil, etwa: sinnvoller Schwerpunkt, aber ergänzt durch Aufklärung und Prävention im Breitensport.

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Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026.

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