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Glyphosat: Wirkung, Resistenzen, Streit

Vertiefung zum ThemaHerbizidresistenz

Kaum ein Pflanzenschutzmittel taucht so oft in den Nachrichten auf wie Glyphosat: Mal geht es um Krebs, mal um Insekten, mal um Unkräuter, die das Mittel überleben. Wer mitreden will, muss zuerst verstehen, wie Glyphosat in der Pflanze wirkt. Dann wird auch klar, warum Fachbehörden und eine Krebsforschungsagentur zu unterschiedlichen Urteilen kommen.

Kurz gesagt

Die Wirkung von Glyphosat beruht auf der Hemmung des Enzyms EPSPS im Shikimatweg. Ohne dieses Enzym kann eine Pflanze die Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan nicht herstellen und stirbt ab. Menschen und Tiere besitzen den Shikimatweg nicht. Ob Glyphosat Krebs auslösen kann, wird unterschiedlich bewertet: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte es 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein, die EU-Behörden EFSA und ECHA sehen dafür keine ausreichenden Belege. In der EU ist der Wirkstoff bis zum 15. Dezember 2033 genehmigt.

Das lernst du hier

  • die Wirkung von Glyphosat im Shikimatweg beschreiben,
  • erklären, wie glyphosattolerante Pflanzen und glyphosatresistente Unkräuter das Mittel überleben,
  • die Bewertungen von IARC, EFSA und ECHA vergleichen und die Unterschiede begründen,
  • Regeln für den Glyphosateinsatz beurteilen.

Glyphosat: Wirkung im Shikimatweg

Pflanzen bauen alle ihre Aminosäuren selbst auf. Drei davon, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, haben einen ringförmigen Molekülteil und heißen aromatische Aminosäuren. Sie entstehen über eine Kette von Reaktionen, den Shikimatweg, der in den Chloroplasten abläuft. Ein Schlüsselschritt ist die Reaktion von Shikimat-3-phosphat mit Phosphoenolpyruvat (PEP). Sie wird vom Enzym EPSPS (5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase) katalysiert.

Glyphosat ähnelt in seiner Form dem PEP. Es setzt sich in die Bindestelle, in die eigentlich PEP gehört, und blockiert das Enzym. Der Weg kommt zum Stillstand: Der Pflanze fehlen aromatische Aminosäuren für Proteine, aber auch für Lignin, das Zellwände festigt, und für viele Abwehrstoffe. Die Zwischenstufe Shikimat staut sich in den Zellen an.

Wie Glyphosat den Shikimatweg blockiert Oben der Shikimatweg von links nach rechts: Aus PEP und Erythrose-4-phosphat entsteht in fünf Schritten Shikimat-3-phosphat. Das Enzym EPSPS verknüpft es mit einem weiteren PEP zu EPSP. Daraus wird Chorismat, aus dem die drei aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan entstehen. Glyphosat hemmt die EPSPS. Unten zwei Felder: In einer herkömmlichen Pflanze besetzt Glyphosat die PEP-Bindestelle der EPSPS, es entsteht kein EPSP und die Pflanze stirbt. In einer glyphosattoleranten Pflanze arbeitet eine EPSPS aus einem Bakterium, die Glyphosat kaum bindet, der Weg läuft weiter. PEP +Erythrose-4-P Shikimat-3-phosphat EPSP Chorismat PhenylalaninTyrosinTryptophan 5 Schritte + PEP EPSPS Glyphosat Herkömmliche Pflanze Glyphosattolerante Pflanze EPSPS Glyphosat besetzt diePEP-Bindestelle:kein EPSP, Pflanze stirbt CP4-EPSPS Bakterien-Enzym bindetGlyphosat kaum:Weg läuft weiter
Abb. 1: Glyphosat im Shikimatweg. Oben der Weg zu den aromatischen Aminosäuren in vereinfachter Form. Glyphosat (rot) hemmt die EPSPS. Unten links: In einer herkömmlichen Pflanze besetzt Glyphosat die Bindestelle des PEP. Unten rechts: Glyphosattolerante Sorten tragen zusätzlich ein Gen für eine bakterielle EPSPS, an die Glyphosat kaum bindet. Schematisch.

Glyphosat wird über die Blätter aufgenommen und im Siebröhrensystem (Phloem) mit dem Zuckerstrom in die wachsenden Teile transportiert, auch in Wurzeln und unterirdische Ausläufer. Man nennt es deshalb systemisch. Das erklärt, warum es auch gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Quecke wirkt, die nach dem Abschneiden sonst wieder austreiben. Die Pflanzen sterben langsam ab, typischerweise innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Da Glyphosat fast alle Pflanzen schädigt, ist es ein Totalherbizid. Im Boden wird es stark an Bodenteilchen gebunden und von Mikroorganismen abgebaut, vor allem zu AMPA (Aminomethylphosphonsäure). Deshalb kann kurz nach einer Behandlung gesät werden.

Merke

Glyphosat ähnelt dem Substrat PEP und blockiert dadurch die EPSPS, ein Enzym des Shikimatwegs. Ohne aromatische Aminosäuren stirbt die Pflanze. Weil es mit dem Phloem in die ganze Pflanze gelangt, wirkt es auch gegen Wurzelunkräuter. Tiere besitzen den Shikimatweg nicht.

Glyphosattolerante Pflanzen

Ein Totalherbizid kann man normalerweise nur vor der Aussaat oder nach der Ernte spritzen, weil es sonst auch die Kulturpflanze töten würde. Das änderte sich 1996 mit den ersten glyphosattoleranten Sojabohnen in den USA. Sie tragen ein zusätzliches Gen aus einem Bodenbakterium der Gattung Agrobacterium (Stamm CP4). Dessen EPSPS erfüllt dieselbe Aufgabe, wird aber von Glyphosat kaum gehemmt. Andere Sorten bilden zusätzlich ein Enzym, das Glyphosat chemisch verändert und so unschädlich macht.

Damit ließ sich Glyphosat erstmals in den wachsenden Bestand spritzen. Auf großen Soja-, Mais- und Baumwollflächen in Nord- und Südamerika wurde es so zum fast einzigen Unkrautmittel. Wie aus dieser Einseitigkeit Resistenzen entstehen, erklärt die Seite zur Herbizidresistenz. In der EU werden glyphosattolerante Pflanzen nicht angebaut. Glyphosat wird hier ohne Gentechnik eingesetzt: vor der Saat, nach der Ernte auf den Stoppeln und auf Flächen wie Gleisanlagen.

Glyphosatresistente Unkräuter: belegte Beispiele

Die internationale Datenbank für herbizidresistente Unkräuter führt am 28. Oktober 2026 63 Unkrautarten mit Resistenz gegen Glyphosat. Einige Fälle sind besonders aufschlussreich:

UnkrautErster FallWas er zeigt
Steifes Weidelgras (Lolium rigidum)1996, Australienerster Fall überhaupt, ohne Gentechnik: jahrelanges Spritzen in Obstanlagen und vor der Aussaat
Indische Eleusine (Eleusine indica)1997, MalaysiaResistenz in Plantagen, ebenfalls ohne GV-Pflanzen
Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis)2000, USA (Delaware)erster Fall auf Feldern mit glyphosattoleranter Soja; Samen fliegen weit
Palmer-Fuchsschwanz (Amaranthus palmeri)2005, USA (Georgia, North Carolina)sehr wüchsig, Resistenz durch viele Kopien des EPSPS-Gens
Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides)2022, Frankreicherstes Auftreten bei einem in Europa ohnehin schwierigen Ungras

Auch beim Steifen Weidelgras (Frankreich 2005, Spanien 2006) und beim Kanadischen Berufkraut (unter anderem Spanien, Italien, Frankreich) sind europäische Fälle verzeichnet. Für Deutschland führt die Datenbank bisher keinen Fall. Die Pflanzen überleben auf verschiedenen Wegen: durch eine veränderte EPSPS, an die Glyphosat schlechter bindet, durch mehr Kopien des EPSPS-Gens oder dadurch, dass sie Glyphosat schlechter in die Wachstumszonen transportieren und in der Vakuole einschließen. Wie man Resistenzen durch den Wechsel zwischen Wirkstoffgruppen vorbeugt, zeigt die Seite Herbizid-Wirkmechanismen: die HRAC-Gruppen.

Ist Glyphosat krebserregend? Der Bewertungsstreit

Im März 2015 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein (Gruppe 2A). Die IARC stützte sich auf begrenzte Hinweise beim Menschen, vor allem auf ein erhöhtes Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome in einigen Studien mit beruflich Exponierten, auf Tierversuche und auf Hinweise zu Wirkmechanismen. Die EU-Behörden kamen zu einem anderen Ergebnis:

JahrWerErgebnis
2015IARC (WHO)Gruppe 2A: wahrscheinlich krebserregend
2015EFSA und EU-MitgliedstaatenKrebsgefahr für den Menschen unwahrscheinlich; neue Grenzwerte für die Aufnahme
2017, 2022Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der ECHAkeine Einstufung als krebserregend; Einstufung als augenschädigend und giftig für Wasserorganismen bleibt
2023EFSAkeine kritischen Problembereiche für Mensch, Tier und Umwelt, aber Datenlücken
2023EU-KommissionGenehmigung bis 15. Dezember 2033 verlängert, mit Auflagen
2026RAC der ECHAEinstufung nach Prüfung einer neuen Langzeitstudie an Ratten (2025) bestätigt

Warum die Urteile auseinandergehen, hat mehrere Gründe. Erstens beantworten die Stellen verschiedene Fragen: Die IARC fragt, ob ein Stoff unter irgendwelchen Umständen Krebs auslösen kann (Gefahr). Die EFSA bewertet zusätzlich, ob bei der tatsächlich zu erwartenden Aufnahme ein Risiko besteht. Den Unterschied zwischen Gefahr und Risiko erklärt die Seite Risiken der Gentechnik. Zweitens unterschied sich die Datengrundlage: Die EFSA bezog nach eigenen Angaben zahlreiche Studien ein, die die IARC nicht ausgewertet hatte, darunter unveröffentlichte Zulassungsstudien der Hersteller. Kritiker bemängeln genau das, weil diese Studien von den Antragstellern stammen. Drittens bewertete die IARC auch glyphosathaltige Fertigprodukte mit Beistoffen, die EU-Behörden vor allem den Wirkstoff.

Abgeschlossen ist die Debatte nicht. 2025 veröffentlichte das italienische Ramazzini-Institut eine Langzeitstudie an Ratten, in der Tumoren auch bei niedrigen Dosen gehäuft auftraten. Die EU-Kommission bat ECHA und EFSA, die Daten zu prüfen. Der Ausschuss der ECHA kam im September 2026 zu dem Schluss, dass die Studie an seiner Einstufung nichts ändert. Neben der Krebsfrage geht es in der Debatte auch um die Umwelt: Als Totalherbizid beseitigt Glyphosat Ackerwildkräuter, von denen Insekten und Feldvögel leben. Solche indirekten Folgen für die Artenvielfalt sind schwer zu messen.

Welche Regeln gelten in Deutschland?

Ein vollständiges Glyphosatverbot war in Deutschland ab 2024 geplant. Weil die EU den Wirkstoff 2023 erneut genehmigte, wäre es rechtlich nicht haltbar gewesen. Es wurde deshalb zunächst per Eilverordnung ausgesetzt und 2024 endgültig aufgehoben. Die Beschränkungen aus dem Jahr 2021 gelten nach der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (Stand Oktober 2026) aber weiter. Unter anderem gilt:

  • Glyphosat darf nur eingesetzt werden, wenn vorbeugende Maßnahmen wie eine passende Fruchtfolge, ein anderer Saattermin, mechanische Bekämpfung oder Pflügen nicht möglich oder nicht zumutbar sind.
  • Vor der Saat (außer bei Direkt- und Mulchsaat, bei denen nicht gepflügt wird) und auf den Stoppeln nach der Ernte nur gegen ausdauernde Wurzelunkräuter auf den betroffenen Teilflächen oder auf erosionsgefährdeten Äckern.
  • Verboten sind das Spritzen kurz vor der Ernte und der Einsatz in Wasserschutzgebieten, Heilquellenschutzgebieten sowie in Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten.
  • Im Haus- und Kleingarten und auf Flächen für die Allgemeinheit wie Parks ist Glyphosat grundsätzlich verboten; Ausnahmen gibt es nur für Mittel mit älterer Zulassung.

Typische Fehler

  • „Glyphosat wird nur zusammen mit Gentechnik eingesetzt.“ Falsch: In Deutschland wird es ausschließlich ohne Gentechnik genutzt, etwa vor der Saat oder nach der Ernte.
  • „Glyphosat ist in der EU verboten.“ Falsch: Der Wirkstoff ist bis Ende 2033 genehmigt, einzelne Staaten beschränken aber die Anwendung.
  • „IARC und EFSA widersprechen sich, also lügt eine Seite.“ Zu einfach: Sie beantworten unterschiedliche Fragen (Gefahr oder Risiko) und stützen sich auf teils unterschiedliche Daten.
  • „Glyphosat wirkt nur da, wo es auftrifft.“ Falsch: Es wird in der Pflanze transportiert und erreicht auch die Wurzeln.

Wusstest du?

Glyphosat wurde schon 1950 von dem Schweizer Chemiker Henri Martin hergestellt, doch niemand erkannte seine Wirkung. Erst 1970 entdeckte John E. Franz beim US-Konzern Monsanto, dass der Stoff Pflanzen abtötet. 1974 kam das erste Mittel unter dem Namen Roundup auf den Markt.

Vertiefung Oberstufe: Warum der Shikimatweg ein gutes und ein heikles Ziel ist

Aus Sicht der Toxikologie ist die EPSPS ein elegantes Ziel. Ein Wirkstoff, der ein Enzym hemmt, das es in Säugetieren gar nicht gibt, sollte für sie wenig giftig sein. Tatsächlich ist die akute Giftigkeit von Glyphosat für Säugetiere gering. Für Verbraucherinnen und Verbraucher legte die EFSA 2015 eine erlaubte tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 0,5 mg je Kilogramm Körpergewicht fest. Diese Werte sind so gewählt, dass sie weit unter den Dosen liegen, bei denen in Tierversuchen noch keine schädliche Wirkung beobachtet wurde.

Den Shikimatweg besitzen aber nicht nur Pflanzen, sondern auch viele Bakterien und Pilze. Man unterscheidet zwei Klassen von EPSPS: Klasse I, wie sie in Pflanzen und vielen Bakterien vorkommt, wird von Glyphosat gehemmt. Klasse II, wie die CP4-EPSPS aus Agrobacterium, ist unempfindlich. Genau diese Unempfindlichkeit wurde für die toleranten Sorten genutzt. Weil auch manche Darmbakterien von Mensch und Tier eine empfindliche EPSPS tragen, wird untersucht, ob Glyphosat die Zusammensetzung der Darmflora verändern kann. Ob das bei den üblichen Aufnahmemengen eine Rolle spielt, ist bisher nicht geklärt.

Ein zweiter Punkt betrifft die Fertigprodukte. Sie enthalten neben Glyphosat Netzmittel, die dem Wirkstoff helfen, die Wachsschicht der Blätter zu durchdringen. Manche dieser Beistoffe sind giftiger als Glyphosat selbst. In der EU ist deshalb das Netzmittel POE-Tallowamin in glyphosathaltigen Mitteln seit 2016 nicht mehr erlaubt. Für die Bewertung heißt das: Man muss genau angeben, ob eine Studie den reinen Wirkstoff oder ein Fertigprodukt untersucht hat.

Fachbegriffe

Shikimatweg
Stoffwechselweg in Pflanzen, Bakterien und Pilzen, der zu den aromatischen Aminosäuren führt.
EPSPS
5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase; Enzym des Shikimatwegs und Angriffspunkt von Glyphosat.
Totalherbizid
Unkrautmittel, das nahezu alle Pflanzen schädigt, nicht nur bestimmte Gruppen.
systemisch
Ein Wirkstoff wird aufgenommen und in der ganzen Pflanze verteilt, auch in die Wurzeln.
CP4-EPSPS
EPSPS aus einem Agrobacterium-Stamm, die von Glyphosat kaum gehemmt wird; Grundlage glyphosattoleranter Sorten.
Gefahrenbewertung / Risikobewertung
Prüfung, ob ein Stoff grundsätzlich schaden kann, bzw. ob bei der tatsächlichen Aufnahme ein Schaden zu erwarten ist.

Aufgaben

AFB I Wissen wiedergeben AFB II Anwenden AFB III Beurteilen

  1. AFB IBeschreibe mithilfe von Abb. 1, wie Glyphosat wirkt und warum eine glyphosattolerante Pflanze überlebt.
    Lösung anzeigen

    Glyphosat ähnelt dem Substrat PEP und besetzt dessen Bindestelle in der EPSPS. Das Enzym kann Shikimat-3-phosphat nicht mehr zu EPSP umsetzen, es entstehen keine aromatischen Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan), und die Pflanze stirbt. Eine tolerante Pflanze besitzt zusätzlich die CP4-EPSPS aus einem Bakterium, an die Glyphosat kaum bindet; der Weg läuft weiter.

  2. AFB IIErkläre, warum Glyphosat gegen die Quecke, ein Gras mit unterirdischen Ausläufern, besser wirkt als ein Mittel, das nur die getroffenen Blätter abtötet.
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    Glyphosat ist systemisch: Es wird über die Blätter aufgenommen und mit dem Zuckerstrom im Phloem in die Ausläufer und Wurzeln transportiert. Dort hemmt es ebenfalls die EPSPS, sodass auch die unterirdischen Teile absterben. Ein reines Kontaktmittel würde nur die Blätter schädigen; die Quecke könnte aus den Ausläufern neu austreiben.

  3. AFB IIErläutere, warum die IARC und die EFSA zu unterschiedlichen Urteilen über die Krebsgefahr von Glyphosat kommen konnten.
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    Die IARC bewertet die Gefahr: ob ein Stoff unter irgendwelchen Bedingungen Krebs auslösen kann. Die EFSA bewertet auch das Risiko bei realistischer Aufnahme. Die Datengrundlage unterschied sich: Die EFSA zog zusätzlich unveröffentlichte Zulassungsstudien heran, die IARC nur veröffentlichte Studien. Außerdem bezog die IARC Fertigprodukte mit Beistoffen ein, die EU-Behörden vor allem den Wirkstoff. Unterschiedliche Fragen, Daten und Gewichtungen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, ohne dass eine Seite fälschen muss.

  4. AFB IIWerte die Tabelle der resistenten Unkräuter aus: Was sagen die Fälle aus Australien (1996) und den USA (2000) über die Rolle der Gentechnik?
    Lösung anzeigen

    Der erste Fall trat 1996 in Australien ohne gentechnisch veränderte Pflanzen auf, durch jahrelanges Spritzen in Obstanlagen und vor der Aussaat. Resistenz entsteht also durch häufigen, einseitigen Einsatz eines Wirkstoffs, nicht durch die Gentechnik selbst. Der Fall in den USA (2000) zeigt aber, dass glyphosattolerante Sorten diesen einseitigen Einsatz stark gefördert und die Ausbreitung beschleunigt haben.

  5. AFB IIIEine Umweltorganisation fordert, Glyphosat in Deutschland schon vor 2033 vollständig zu verbieten. Ein Bauernverband hält die geltenden Beschränkungen für ausreichend. Beurteile beide Positionen.
    Lösung anzeigen

    Für ein Verbot: Vorsorge wegen der IARC-Einstufung und neuer Studien, Schutz der Artenvielfalt (Ackerwildkräuter als Nahrung für Insekten und Vögel), Gewässerschutz, Druck zu Alternativen. Gegen ein Verbot bzw. für die geltenden Regeln: EFSA und ECHA sehen keine ausreichenden Belege für eine Krebsgefahr; ohne Glyphosat wird mehr gepflügt, was Erosion, Bodenleben und Energieverbrauch beeinflusst; andere Herbizide haben eigene Risiken; ein nationales Verbot muss mit dem EU-Recht vereinbar sein, das den Wirkstoff bis 2033 genehmigt. Ein begründetes Urteil gewichtet Vorsorge, Belegqualität und die Folgen der Alternativen und kann Bedingungen nennen, etwa ein Verbot in Schutzgebieten bei gleichzeitiger Förderung mechanischer Verfahren.

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Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026.

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