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Debatten-Archiv

Mit Argusaugen auf Brüssel schauen!

Aus dem Debatten-Archiv · Stand Oktober 2026

Dieser Beitrag erschien am 18. Februar 2013 und gibt die damalige Diskussion wieder. Unten findest du, was seitdem passiert ist. Rechtschreibung und Grammatik haben wir behutsam korrigiert; Inhalt und Meinungen stammen vom damaligen Autor.

Der Beitrag von 2013

Ca. 50 Landwirte haben sich im Verbund „Gentechnik-anbaufreie Region südliches Barnim“ zusammengeschlossen. Diese Landwirte haben beschlossen, auf ihren Feldern keine gentechnisch veränderten Produkte anzubauen. Zwar ist seit 2009 der Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf deutschen Feldern verboten, doch liegen in Brüssel unzählige Anträge zur Zulassung gentechnisch veränderter Produkte vor. Die nicht unbegründete Angst dieser Bauern ist, dass die Folgen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen nicht ausreichend erforscht wurden. So ist zum Beispiel nicht hundertprozentig geklärt, wie sich der Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf die Bienenpopulation auswirkt.

So wie im südlichen Barnim gibt es auch sechs weitere Gebiete in Brandenburg, in denen sich über 400 Bauern zu vergleichbaren Gruppen zusammengeschlossen haben.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen stand auch im Mittelpunkt der Diskussion auf dem ersten Brandenburger Imker- und Bauerntag in Paaren.

Damals und heute

Damals (2013)

Der Beitrag berichtete über Brandenburger Landwirte, die sich zu Regionen ohne Gentechnik-Anbau zusammenschlossen. Sie fürchteten neue Zulassungen in Brüssel und mögliche Folgen, etwa für Bienen.

Heute (Oktober 2026)

In der EU ist bis heute nur eine gentechnisch veränderte Pflanze für den Anbau zugelassen, der Mais MON810; in Deutschland ist sein Anbau seit April 2009 verboten. Bei späteren Anbauanträgen hat Deutschland laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verlangt, das deutsche Staatsgebiet auszunehmen; ein Anbau ist deshalb auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Neu ist die Verordnung (EU) 2026/1388 zu neuen genomischen Techniken (NGT) wie CRISPR/Cas9: Ab Juli 2028 werden Pflanzen der Kategorie NGT-1 weitgehend wie konventionelle Sorten behandelt (nur das Saatgut wird gekennzeichnet), während Mitgliedstaaten den Anbau von NGT-2-Pflanzen verbieten können. Ob der Verbund im südlichen Barnim heute noch besteht, ließ sich nicht belastbar ermitteln.

Faktencheck

  • „Seit 2009 ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais verboten“ ist ungenau: Am 14. April 2009 wurde in Deutschland der Anbau des Maises MON810 verboten; andere GV-Maislinien hatten ohnehin keine EU-Anbauzulassung.
  • „Unzählige Anträge“ ist unscharf: Die meisten EU-Anträge betreffen Import und Verwendung als Lebens- und Futtermittel, nicht den Anbau.
  • Die Zahlen (ca. 50 Landwirte, sechs weitere Gebiete, über 400 Bauern) stehen ohne Quelle.

Für den Unterricht: Quellenkritik

  1. AFB II Der Beitrag spricht von „nicht unbegründeter Angst“: Woran erkennst du, ob ein Text die Sorgen von Betroffenen nur berichtet oder selbst bewertet – und welche Belege bräuchtest du für die Bienen-Frage? Tipp: Lies dazu den Archivbeitrag „Genmais schadet Bienen nicht?“.
  2. AFB II Vergleiche die Rechtslage von 2013 mit der heutigen: Wer darf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbieten, und was ändert die NGT-Verordnung ab 2028?
  3. AFB III Nimm Stellung: Sollten Regionen oder Landwirte mitentscheiden dürfen, ob in ihrer Umgebung gentechnisch veränderte oder genomeditierte Pflanzen angebaut werden? Berücksichtige Wahlfreiheit, Koexistenz (das Nebeneinander von Anbau mit und ohne Gentechnik) und den gemeinsamen EU-Markt.

Passt zu: Grüne Gentechnik · Gentechnik bei Pflanzen

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